Manuelle Lymphdrainage: für wen, wie oft und was zahlt die Kasse?

Therapieliege mit Nackenrolle vor einer Tür im Behandlungsraum

Manuelle Lymphdrainage ist eine sanfte Entstauungsbehandlung bei Schwellungen, etwa nach einer Operation, nach einer Verletzung oder bei einem Lymph- oder Lipödem. Ziel ist, dass die Schwellung zurückgeht und das Spannungsgefühl nachlässt. Wie oft Sie behandelt werden, hängt von der Ursache ab und steht auf Ihrem Rezept. Mit Rezept zahlen gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren nur die Zuzahlung: 10 Prozent der Behandlungskosten plus 10 Euro je Verordnung.

Mehr zur Manuellen Lymphdrainage in unserer Praxis

Was ist manuelle Lymphdrainage?

Neben den Blutgefäßen durchzieht ein zweites Netz den Körper: das Lymphsystem. Seine feinen Gefäße nehmen Flüssigkeit aus dem Gewebe auf und leiten sie als Lymphe über die Lymphknoten zurück ins Blut. Sind Lymphbahnen unterbrochen oder überlastet, staut sich die Flüssigkeit. Es entsteht ein Ödem, also eine Schwellung durch Wasser im Gewebe.

Bei der manuellen Lymphdrainage (kurz MLD) bewegen wir mit sanftem, rhythmischem Druck die Haut: mit kreisenden Verschiebegriffen sowie Pump-, Schöpf- und Drehgriffen. Das regt die Lymphgefäße an, die Flüssigkeit in Bereiche mit funktionierendem Abfluss weiterzuleiten. Anders als bei einer klassischen Massage wird nicht geknetet.

Die Methode geht auf den Dänen Emil Vodder und seine Frau Estrid zurück, die sie in den 1930er-Jahren entwickelten. Mehr über unser Angebot in Michelau im Steigerwald lesen Sie auf der Seite Manuelle Lymphdrainage nahe Schweinfurt.

Für wen ist Lymphdrainage gedacht?

Ärztinnen und Ärzte verordnen manuelle Lymphdrainage vor allem bei:

  • Schwellungen nach einer Operation, zum Beispiel an Knie, Hüfte oder Schulter
  • Schwellungen nach Verletzungen wie Verstauchungen, Prellungen oder Knochenbrüchen
  • Lymphödem, einer dauerhaften Schwellung, weil die Lymphe nicht ausreichend abfließt, etwa am Arm nach einer Brustkrebsbehandlung mit Entfernung von Lymphknoten
  • Lipödem, einer Fettverteilungsstörung an Beinen oder Armen, die fast nur Frauen betrifft

Beim Lipödem kommt die Lymphdrainage vor allem dann infrage, wenn sich zusätzlich Wasser im Gewebe sammelt. Dann kann sie das Spannungs- und Druckgefühl lindern. Das Fettgewebe selbst baut sie nicht ab.

Lymphdrainage nach Operation

Bei einer Operation werden feine Lymphgefäße verletzt, gleichzeitig fällt mehr Gewebeflüssigkeit an. Das Gewebe schwillt an und spannt, das Gelenk lässt sich schlechter bewegen. Ziel der Lymphdrainage ist, dass die Schwellung zurückgeht und das Gewebe entlastet wird. Gelingt das, fällt oft auch die Krankengymnastik leichter.

Wann Sie nach der Operation mit der Lymphdrainage beginnen, legt die Klinik oder Ihre Arztpraxis fest. Frische Wunden und Narben sparen wir bei der Behandlung aus.

So läuft eine Lymphdrainage ab

  1. Gespräch und Befund
    Wir fragen nach Vorgeschichte und Operationen und schauen uns Schwellung und Haut an. Die Diagnose stellt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, wir befunden physiotherapeutisch und besprechen mit Ihnen das Ziel.
  2. Sanfte Griffe im Liegen
    Sie liegen bequem auf der Therapieliege. Meist beginnen wir am Hals oder am Rumpf, damit die Flüssigkeit dort abfließen kann, und arbeiten uns dann zum geschwollenen Bereich vor. Viele empfinden die ruhigen Griffe als entspannend.
  3. Kompression und Bewegung
    Ist eine Kompressionsbandage verordnet, legen wir sie im Anschluss an. Einen vorhandenen Kompressionsstrumpf ziehen Sie danach wieder an. Dazu kommen Übungen, die Sie auch zu Hause machen können.

Lymphdrainage: wie oft und wie lange?

Eine feste Regel gibt es nicht. Wie oft und wie lange behandelt wird, hängt vor allem von der Ursache und vom Ausmaß der Schwellung ab. Ihre Arztpraxis legt auf der Verordnung fest, wie viele Behandlungen Sie bekommen und in welchem Abstand, zum Beispiel zweimal pro Woche.

  • Nach Operation oder Verletzung: Meist genügen einige Termine, oft mehrmals pro Woche, solange die Schwellung es erfordert.
  • Bei einem chronischen Lymphödem: Die Behandlung ist meist längerfristig. Oft beginnt sie mit einer intensiven Entstauungsphase, später genügen größere Abstände.
  • Beim Lipödem: Die Lymphdrainage ergänzt Kompression und Bewegung, die Häufigkeit richtet sich nach Ihren Beschwerden.

Eine Verordnung umfasst meist bis zu sechs Behandlungen. Bei langfristigem Bedarf, etwa einem ausgeprägten Lymphödem, sind auch Verordnungen über einen längeren Zeitraum möglich. Ob danach eine weitere Verordnung sinnvoll ist, besprechen wir mit Ihnen und Ihrer Arztpraxis.

Auch die Dauer eines Termins steht auf der Verordnung. Die Zahl hinter MLD gibt die Minuten an: MLD-30, MLD-45 oder MLD-60. Welche Variante verordnet wird, hängt vor allem von der Größe des Behandlungsgebiets ab: bei einer örtlich begrenzten Schwellung, etwa nach einer Knieoperation, meist MLD-30, bei größeren Bereichen wie einem ganzen Bein samt Rumpf eher MLD-45 oder MLD-60.

Warum Kompression und Bewegung dazugehören

Bei einem Lymphödem kann die Lymphdrainage die Schwellung verringern, den gestörten Abfluss selbst behebt sie aber nicht. Ohne Gegendruck kann sich die Flüssigkeit zwischen den Terminen wieder sammeln. Deshalb ist die Lymphdrainage hier Teil der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE). Dazu gehören außerdem:

  • Kompression: In der Entstauungsphase eine Bandage, die nach jeder Lymphdrainage neu angelegt wird, danach meist ein Kompressionsstrumpf nach Maß. Den Strumpf verordnet Ihre Arztpraxis gesondert, angepasst wird er im Sanitätshaus.
  • Bewegung: Arbeitende Muskeln wirken wie eine Pumpe und unterstützen den Abfluss, am besten mit Kompression.
  • Hautpflege: Gestaute Haut ist empfindlicher. Pflegen Sie sie gut und achten Sie auf kleine Verletzungen, damit keine Entzündung entsteht.

Lymphdrainage und Krankenkasse: was Sie zahlen

Manuelle Lymphdrainage ist ein Heilmittel. Mit ärztlicher Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Ab 18 Jahren zahlen Sie nur die gesetzliche Zuzahlung: 10 Prozent der Behandlungskosten plus 10 Euro je Verordnung. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen nichts, ebenso Erwachsene mit einem Befreiungsausweis ihrer Krankenkasse.

Die Behandlung muss in der Regel innerhalb von 28 Tagen nach dem Ausstellungsdatum beginnen. Was die übrigen Felder auf dem Rezept bedeuten, erklärt unser Ratgeber Physiotherapie-Rezept richtig lesen.

Privat Versicherte erhalten eine Rechnung, die Erstattung hängt vom Tarif ab. Ohne Rezept ist die Behandlung nach Rücksprache auf eigene Kosten möglich.

Wann Lymphdrainage nicht geeignet ist

Nicht jede Schwellung ist ein Fall für die Lymphdrainage. Geschwollene Beine können auch vom Herzen, von den Venen oder von den Nieren kommen. Eine neue, unklare Schwellung gehört deshalb immer zuerst in ärztliche Hände. Nicht oder nur nach ärztlicher Rücksprache behandelt wird zum Beispiel bei:

  • akuten Entzündungen und Infektionen, etwa einer Wundrose (Erysipel) oder Fieber
  • einer frischen Thrombose, also einem Blutgerinnsel in einer Vene
  • einer schweren Herzschwäche, weil das Herz die zurückgeleitete Flüssigkeit zusätzlich bewältigen muss

Während einer laufenden Krebsbehandlung entscheidet die behandelnde Klinik oder Arztpraxis, ob und wann Lymphdrainage sinnvoll ist.

Wird ein Bein plötzlich dick, warm und schmerzhaft oder kommen Rötung und Fieber hinzu, lassen Sie das bitte umgehend ärztlich abklären. Bei Atemnot oder Brustschmerzen wählen Sie den Notruf 112.

Manuelle Lymphdrainage in unserer Praxis in Michelau

Unsere Praxis liegt in Sudrach, einem Ortsteil von Michelau im Steigerwald, nahe Gerolzhofen und Schweinfurt. Sie können mit Verordnung kommen oder nach Rücksprache die Behandlung selbst bezahlen. Bringen Sie zum ersten Termin Ihre Verordnung, Arztbriefe oder OP-Berichte und, falls vorhanden, Ihren Kompressionsstrumpf mit.

Häufige Fragen

Tut Lymphdrainage weh?

In der Regel nicht, die Griffe sind sehr sanft. Ist eine Stelle druckempfindlich, etwa beim Lipödem oder kurz nach einer Operation, passen wir den Druck an.

Kann man mit Lymphdrainage abnehmen?

Nein. Die Lymphdrainage bewegt Gewebeflüssigkeit, Fett baut sie nicht ab, auch nicht beim Lipödem.

Bekomme ich Lymphdrainage auch ohne Rezept?

Grundsätzlich ja, als Selbstzahler nach Rücksprache. Heike Wagner ist Heilpraktikerin für Physiotherapie und darf ohne ärztliche Verordnung befunden und behandeln, die Abrechnung erfolgt privat. Ob das bei Ihren Beschwerden infrage kommt und was es kostet, klären wir vorab gern am Telefon. Eine neue oder unklare Schwellung sollte vorher ärztlich abgeklärt sein, damit zum Beispiel eine Thrombose ausgeschlossen ist.

Den Fragebogen für den Direktzugang finden Sie bei den Downloads.

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© Praxis Heike Wagner · Physiotherapie, Yoga und Pilates im Steigerwald für Michelau, Gerolzhofen, Volkach und Schweinfurt